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Das wird hart: Monsanto will Schnitzel patentieren


Berlin/Wien (28.4.10): Jetzt dürfte der US-Agrarriese Monsanto den Bogen überspannt haben: Er will Schnitzel, Schinken und alles, was vom Schwein stammt, unter seinem Patenrecht sehen.

Und das Argument ist haarsträubend: Wenn das Schwein ein gentechnisch verändertes Futter aus dem Haus Monsanto gefressen hat, meint der Konzern auch ein Anrecht auf das Schwein und seinen Produkten zu haben. Es droht so eine Kostenlawine für den Konsumenten, wenn das durchgeht.

 

Letztes Jahr reichte der Agrarmulti bei der Weltpatentbehörde in Genf ein Patent auf Schinken und Schnitzel (WO 2009097403) ein und will damit Landwirte und Verbraucher zur Kasse bitten. Nachdem die Patentierung einer ganzen Schweinerasse kürzlich gescheitert ist, probiert Monsanto es nun auf anderem Wege. Der Konzern führt an, dass die Verfütterung der hauseigenen Gen-Soja zu einer erhöhten Konzentration von ungesättigten Fettsäuren im Schwein führt. Daher seien die entsprechenden Fleisch- und Wurst-Produkte eine exklusive Erfindung des Konzerns.

 

Im März 2010 reichte Monsanto eine ähnliche Patentanmeldung (WO 201027788) auf Fische aus Aquakulturen nach: Der Konzern reklamiert alle Fischprodukte für sich, die mit Gen-Futterpflanzen von Monsanto hergestellt wurden.

 

Greenpeace und rund 300 Umwelt- und Landwirtschaftsorganisationen fordern heute in einem internationalen Appell ein Verbot der Patentierung von Pflanzen, Tieren und Lebensmitteln. Der Recherche von Greenpeace und weiteren Organisationen zufolge hat sich auch die Zahl der Patentanmeldungen auf normale Pflanzen und Saatgut zwischen 2007 und 2009 verdoppelt.

 

Verbraucher, Landwirte, Züchter und Lebensmittelhersteller sind von diesen Patenten gleichermaßen betroffen. Erfahrungen aus den USA zeigen beispielsweise, dass sie zu Marktmonopolen, zu steigenden Preisen und Abhängigkeiten sowie zu einer reduzierten Auswahlmöglichkeit führen. US-Staatsanwälte prüfen derzeit, ob Monsanto gegen Kartellrecht verstößt. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, durch Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung die Preise für Saatgut und Spritzmittel nach oben getrieben zu haben.

 

Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat sich erst letzte Woche erneut dafür ausgesprochen, dass Patente auf Nutztiere und -pflanzen verboten werden", sagt Then. "Sie muss nun in Brüssel die Neuverhandlung der EU-Patentgesetze einfordern. Der Ausverkauf von Lebensgrundlagen muss endlich eingedämmt werden.

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